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Informationsgesellschaft Definition und Merkmale

Damit hat sich das Informationsmanagement sowie das Wissensmanagement vom rein technisch orientierten hin zu einer interdisziplinären Aufgabe entwickelt, die Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften miteinander verbindet. Dies ist auch nötig, da Informationsmanagement nicht allein durch technische Maßnahmen erreicht werden kann. Die folgende Grafik soll den Zusammenhang dieser Disziplinen grafisch darstellen:

Interdisziplinärer Zusammenhang der Informationswissenschaft

Doch was beabsichtigt man mit Informationsmanagement und Wissensmanagement?

Information als Ertragsfaktor

Mit Informationen (Wissen) lässt sich prinzipiell genauso handeln, wie mit materiellem Wirtschaftsgut. Es ist jedoch auffällig, dass sich diese beiden Aspekte in einem Vergleich (im Hinblick auf Marketing– bzw. Handelsabläufe) oft kontrovers zueinander verhalten. Die folgende Tabelle vergleicht das Gut Wissen mit herkömmlichen Wirtschaftsgütern.

Wissen

Materielles Wirtschaftsgut

fast keine Vervielfältigungskosten relativ hohe Vervielfältigungskosten
vielfacher Besitz individueller Besitz
einfache Verbreitung möglich schwierige Verbreitung / logistische Probleme
Kosten schwer feststellbar Kosten leicht feststellbar
Preisbildungsmechanismus unbekannt Preisbildungsmechanismus bekannt
Bestandsbewertung problematisch Bestandsbewertung möglich
Qualitätsbewertung schwierig Qualitätsbewertung leicht möglich
Wert darf nicht in Bilanz aktiviert werden Wert muss in Bilanz aktiviert werden
Produktion/Beschaffung relativ schwer Produktion/Beschaffung relativ leicht
Exklusivität macht Wissen wertlos Exklusivität steigert Preis(Sammlerstücke)
unverbrauchbar verbrauchbar

 

Der signifikanteste Unterschied zwischen Wissen und materiellen Gütern besteht
allerdings in der Gebrauchsabnutzung. Während materielle Wirtschaftsgüter stetig durch Gebrauch an Wert verlieren, gewinnt Wissen ständig weiter an Wert. Angewendetes Wissen spart Entwicklungskosten und Zeit für Unternehmen („Man muss das Rad nicht ständig neu erfinden“). Bleibt Wissen allerdings exklusiv z. B. durch Mitarbeiter die ihre Erkenntnisse nicht teilen möchten, hat dieses Wissen zwar für den einzelnen Mitarbeiter einen gewissen Wert, aber für das Unternehmen ist dieses ungenutzte Wissen relativ wertlos. Die Motive für ein solches Verhalten des einzelnen Mitarbeiters begründen sich meist auf einem falschen Verständnis von Teamarbeit bzw. auch auf der Angst durch andere Mitarbeiter auf der „Karriereleiter“ überholt zu werden. Diese meist unbegründeten Ängste stehen im Gegensatz zu den Vorhaben der Unternehmen und sind kontraproduktiv dazu. Gerade dieses Verhalten ist ein Hindernis auf der Karriereleiter für diese Mitarbeiter. Das Verständnis der Angestellten muss sich in dieser Hinsicht ändern, wenn ein Informationsfluss innerhalb des Unternehmens stattfinden soll.

Weiter sind zwar die wichtigsten Faktoren bei der Bestimmung der Nützlichkeit einer Information bereits bekannt, insgesamt lässt sich die Frage, ob Information tatsächlich und wenn ja, in welchem Umfang, zum Unternehmenserfolg beiträgt, lässt sich noch nicht definitiv beantworten.

Die rasante Entwicklung des Internet in den letzten Jahren hat auch zu einer gewissen Unsicherheit seitens der Verantwortlichen in den Unternehmen geführt. Zwar haben sie sich alle Wissensmanagement auf die Fahnen geschrieben – in der einen oder anderen Variante – doch die Frage nach dem Rüstzeug für ein kontrollierbares, gewinnbringendes Knowledgemanagement ist noch nicht beantwortet.

Für fast alle Betroffenen steht allerdings fest, das Wissen als Produktionsfaktor unumgehbar ist und im Zweifelsfall einen entscheidenden Vorsprung vor der Konkurrenz schafft. Es sind nicht mehr gewonnene Ausschreibungen und technische
Überlegenheit, die den Erfolg eines Unternehmens ausmachen: Zu wissen was der Markt will, was die Konkurrenz plant, wo eine Geschäftsnische liegt, das macht den Wettbewerb für viele heute aus.